Patienteninformation

Chronische Niereninsuffizienz (Stadium 1-5)

Dieser Begriff wird verwendet bei Nachweis einer dauerhaften und fortschreitenden (nicht schmerzhaften!) Verminderung der Nierenfunktion, die häufig zu einem endgültigen Nierenversagen führt.

Bei rechtzeitig eingeleiteter Therapie und regelmäßiger Überwachung kann dieser Krankheitsverlauf inzwischen häufig über Jahre und Jahrzehnte hinaus verzögert werden.

Kommt es zu einem endgültigen (terminalen) Nierenversagen (Chronische Niereninsuffizienz Stadium 5) oder im fortgeschrittenen Stadium zu Komplikationen (fehlende Ausscheidung bestimmter Salze z.B. Kalium oder Flüssigkeit), üernehmen Nierenersatzverfahren wie Dialyse und Nierentransplantation die Aufgabe des lebenswichtigen Organsystems Nieren.

In Deutschland werden derzeit rund 67.000 Menschen dialysiert, etwa 24.000 Menschen sind nierentransplantiert (Quasi-Niere 2005). Trotz ständiger Weiterentwicklungen der modernen Medizin rechnet man auch in Zukunft mit einem Zuwachs der dialysepflichtigen Menschen weltweit von 3% jährlich.

Ursache

Häufigste Ursache für ein chronisches Nierenversagen (chronische Niereninsuffizienz) sind Folge der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und des Bluthochdrucks (arterielle Hypertonie), die zu Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) führen, die dann Nierenfunktion im Laufe der Erkrankung zunehmend beeinträchtigen.

Weitere Ursachen sind die dauerhafte Einnahme bestimmter Schmerzmittel oder wiederkehrende Nierenbeckenentzündungen.

Außerdem führen verschiedene komplizierte erworbene oder angeborene Störungen des gesamten Organismus, die vor allem durch Abwehrreaktionen des Körpers gegen körpereigene Zellen hervorgerufen werden, zu Nierenerkrankungen (akute oder chronische Glomerulonephritis). Seltene Ursachen sind angeborenen Nierenerkrankungen (familiäre Zystennieren, Harnabflussstörungen, ca. 100 verschiedene Stoffwechselerkrankungen).

Früherkennung

Durch Feststellen der Grunderkrankung und rechtzeitiges Erkennen der möglichen Schädigungen kann in einigen Fällen eine Heilung, meist aber sicher eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs erreicht werden.

Folgen des chronischen Nierenversagens

Je stärker die Nierenfunktion abnimmt, umso häufiger sind auch andere Organe des Körpers und das Allgemeinbefinden betroffen.

Frühzeitig entwickelt sich z.B. ein Bluthochdruck mit erhöhter Gefahr für das Auftreten eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls.

Es kommt außerdem schleichend zu Störungen im Calcium und Phosphathaushalt und damit Veränderungen im Knochenstoffwechsel (renale Osteopathie). Das Blut übersäuert (Azidose), weil Giftstoffe des Körpers schlechter ausgeschieden werden und durch mangelnde Produktion des Hormons Erythropoetin in der Niere tritt eine Blutarmut auf, die sich vor allem durch Müdigkeit und Leistungsminderung bemerkbar macht.

Es ist gemeinsame Aufgabe des Hausarztes und des Nierenspezialisten (Nephrologen), diese Gesundheitsstörungen zu behandeln und damit die Notwendigkeit der Dialysebehandlung so lange wie möglich hinauszuzögern.

Über die verschiedenen Möglichkeiten der Nierenersatztherapie (Dialysebehandlung) sollten die/der Betroffene und seine Angehörigen vom Nierenspezialisten (Nephrologen) frühzeitig informiert und aufgeklärt werden, damit sie/er das für sie/ihn vorstellbare bzw. mit Beruf und Lebensgewohnheiten zu vereinbarende Verfahren wählen kann.

Dialyse-Centrum Dinkelsbühl
Foto Dialyse-Centrum Dinkelsbühl

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